Kreuzwege des Lebens
Am Kreuzweg steh' ich, die Nacht fällt weich und sacht,
Zwei Pfade flüstern leise, ziehen mich sacht und sacht.
Ich zähl die alten Fragen, trenn sie mit Bedacht,
Und horch dem fernen Flüstern, das schon bald nach Morgen lacht.
Manch Stein aus alter Zeit lag schwer und hat mich bewacht,
Er lehrte: Nichts ist ewig, alles wird erst neu gemacht.
Zweifel sind nur Schatten, die der Mut mit Kraft bewacht,
Und wer die Angst umfängt, sieht schließlich, wie die Hoffnung lacht.
Ich wähle nun mit Mut den Plan, vom Bangen losgemacht,
Trag Wunden wie Karten, doch bin innen neu entfacht.
Am Horizont ein Morgen, mild und sanft und sacht,
Und Kreuzweg wird Erinnerung, die leise über Wege lacht.